Pontius Pilatus, Maria und Josef hassen Weihnachten | Trierischer Volksfreund

Familie zeigt in der Tufa eine schräge Familienkomödie

(Trier/Wittlich) „Ich hasse Weihnachten!“ Mit ihrer Show à la Heinz Becker hat Familie Köcher aus Hupperath (Kreis Bernkastel-Wittlich) ihr Publikum in der Trierer Tuchfabrik begeistert. Die weihnachtliche Komödie, bei der es laut und chaotisch zuging, war ausverkauft.

„Platz da! Füße hoch!“ Hausfrau Pilatus eröffnet mit dem Staubsauger das bunte Schauspiel „Ich hasse Weihnachten!“. Noch freut sie sich auf das Weihnachtsfest mit ihrem Mann Pontius und den Kindern Maria und Josef. Doch die Freude wird schnell getrübt. Die beiden Kinder haben anderes im Kopf als Weihnachten, und auch Papa Pontius hat sich weder um den Weihnachtsbaum noch um die Geschenke gekümmert. „Warum haben wir eigentlich keinen Kaktus als Weihnachtsbaum? Der ist biologisch abbaubar, immergrün und brennt nicht!“

Doch nichts da! Ein Nadelbaum muss her und Geschenke darunter. Also wird die Tanne kurzerhand von den Nachbarn geklaut und die Geschenke improvisiert. Bei der Bescherung wird wild ausgepackt, und die Schauspieler beenden das Stück mit dem Lied „We wish you a merry Christmas“ – unter stimmgewaltiger Beteiligung des Publikums.
Die Idee zu der Familienkomödie hatte Claudia Jirka-Köcher. Zusammen mit ihrem Mann Elmar Köcher leitet sie die Theater-AG des Peter-Wust-Gymnasiums in Wittlich. Dort standen auch die beiden Kinder Tamara (14) und Felix (17) seit frühester Jugend auf der Bühne.
„Mit Laptop, Kaffee und Kuchen haben wir uns in ein Café in Wittlich gesetzt und den Ideen freien Lauf gelassen“, erzählt Jirka-Köcher von der Entstehung des Stücks. „Wir wollten unserer Tochter die Möglichkeit geben, ihr musikalisches Talent zu beweisen. Tamara ist faszinierend und talentiert, sie ist die Musikerin in der Familie.“ Die 14-Jährige spielt sechs Musikinstrumente, darunter Klavier, Gitarre und Geige.

Größtenteils autobiografisch

Das Theaterstück sei größtenteils autobiografisch, erzählt Elmar Köcher. „Mein Monolog ist zu 100 Prozent ehrlich. Ich hasse Weihnachten! In unserem Stück konnte ich mich abreagieren und es als Therapie ansehen.“ Lachend fügt er hinzu: „Bei uns läuft Weihnachten ähnlich chaotisch ab. Unsere Nachbarn will ich nicht sein.“
Dem Publikum gefiel die Familienkomödie mit viel Witz, schrägem Humor, schönen Musikeinlagen, Licht- und Soundeffekten. „Mir hat das Stück sehr gut gefallen. Besonders die Musikeinlagen der Tochter waren wirklich sehr gut“, sagt eine Besucherin. „Ich fand\’s auch toll“, lobt eine 14-jährige Schülerin. „Ich bin in Herrn Köchers Theater-AG, und es war interessant, ihn auch mal auf der Bühne zu sehen.“